Hochmut kommt vor dem Fall

Wahlen


Landtagslistenkandidat Sebastian Gruber

Der Hochmut wird bei der CSU bereits in der Rhetorik deutlich. Auf ihrem Bezirksparteitag in Mamming gibt es ein Empfangskomitee für die Parteigrößen, für alle mit „Rang und Namen“ in „unserer Volkspartei“. Wenig später wird dann von den „kleinen Leuten“ gesprochen, von denen man wisse, was sie denken. Während Beckstein noch auf den Anstand der Wähler appelliert, versucht es Herr Huber mit der Liebe, wenn er „Bayern lieben heißt CSU wählen“ proklamiert. Und dann ist da noch Erwin Hubers Kreuzzug gegen die „Kommunisten“ im Lande.

Interessant ist auch zu hören, was die CSU nun plötzlich alles bewirken möchte. Im Falle einer Wiederwahl der CSU, so könnte der Eindruck entstehen, würde sich für Bayern und die Welt alles zum Besseren wenden. Da muss die Frage erlaubt sein, wer denn Bayern die letzten 46 Jahre mit absoluter Mehrheit regiert hat und die letzten fünf Jahre gar mit einer zweidrittel Mehrheit im Landtag. Das war die CSU und sie hatte nun wirklich lange genug Zeit, die bestehenden Probleme zu lösen.
Etwas verwirrend ist auch der derzeitige Zick-Zack Kurs. Beispielsweise beim Büchergeld. Nach der letzten Wahl eingeführt, wurde es – Gott sei Dank - kürzlich wieder abgeschafft. Oder die Pendlerpauschale – im Koalitionsausschuss wurde sie auf drängen der CSU gekürzt, im Wahlkampf gibt sie sich nun als deren Verteidiger.
Von „Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen“, wie Huber die CSU beim Parteitag beschreibt, kann nach den jüngsten Ereignissen nicht die Rede sein. Nach dem „Stoiber-Putsch“ in Wildbad Kreuth läuft es für die Doppelspitze Huber-Beckstein irgendwie nicht mehr rund. Die Äußerung „der Transrapid wird kommen“ wurde von Erwin Huber ähnlich oft geäußert, wie Blüm seinerzeit die Rente als sicher titulierte. Zum Thema Verlässlichkeit und Vertrauen fällt mir noch die Landesbank Affäre ein. Bei solchen Milliardenverlusten fällt es mir schwer noch Vertrauen entgegen zu bringen.
Doch da ist ja noch die Liebe zur Heimat. Warum aber verlässt er uns dann und geht 2009 wie angekündigt nach Berlin? Und warum stellt er sich dann überhaupt als Direktkandidat für den Landtag zur Wahl? Die Folge ist, dass unser Stimmkreis nach 2009 wahrscheinlich der einzige in ganz Bayern ist, der keinen Abgeordneten hat. Gerade das Direktmandat soll ja garantieren, dass aus jedem Stimmkreis ein Abgeordneter kommt. Wenn sich nun gerade dieser nach Berlin verabschiedet, hat unsere Region keine Vertretung mehr im Maximilianeum. Dass nämlich der CSU-Nachrücker für Erwin Huber aus unserem Landkreis kommt ist mehr als unwahrscheinlich. Die einzige Hoffnung für unseren Stimmkreis ist also der SPD Landtagskandidat MdL Udo Egleder.
Auch wurde beim Bezirksparteitag davon gesprochen, dass die CSU „Chancen eröffnet und kraftvoll für die Menschen eintritt“. In der Bildungspolitik sieht die Realität jedoch anders aus. Wer für den (Hochschul-)Lehrermangel verantwortlich ist und Studiengebühren einführt braucht sich nicht zu wundern, wenn es einen Fachkräftemangel in Bayern gibt. Viele junge Menschen aus ärmeren Familien überlegen es sich zweimal, ob sie studieren sollen, wenn sie durch Studienkredite mit einem riesigen Schuldenberg ins Berufsleben starten müssen. Sich dann eine Existenz aufzubauen fällt schwer. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen!
Einen unanständigen Wähler gibt es nicht und wer Bayern liebt, muss nicht zwangsläufig CSU wählen. Jeder sollte sich über die verschiedenen Wahlprogramme informieren und dann die Partei wählen, die seine Interessen am ehesten vertritt. Liebe CSU: Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

 

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